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In 5 Schritten zur erfolgreichen Kennzeichnungsstrategie

von Lucia Oberhollenzer, am 19.11.19 14:21

Die Digitalisierung industrieller Prozesse erfordert eine intelligente Kennzeichnung von Maschinen und Komponenten. Kennzeichen funktionieren dabei als Scharniere von automatisierter Interaktion, als Ergänzung zu den bisherigen Funktionen für Instandhalter, Anwender, Betreiber und Bediener.

Bei den unterschiedlichen Funktionen, die industriellen Kennzeichnungsschildern zukommen, finden in jüngerer Zeit deutliche Veränderungen statt. In deren Folge stellt sich die Frage nach einer angemessenen unternehmerischen Organisation der Kennzeichen-Herstellung und -Beschaffung. Aber wo fängt man hier am besten an?

In diesem Blog-Beitrag stellen wir Ihnen 5 Schritte vor, die Ihnen dabei helfen, Struktur in das Thema „Kennzeichnung” zu bringen.

Mit dem Bedeutungszuwachs der industriellen Kennzeichnung haben sich auch die Inhalte und Anforderungen an die Qualitäten von Kennzeichen verändert. Es geht dabei vorrangig um die Darstellung von

Dieser Mehrwert an Information greift in aller Regel tief in die Unternehmensstruktur ein. Davon betroffen sind viele Abteilungen/Bereiche. Die anspruchsvoller gewordenen Aufgaben der Industriekennzeichen führen unweigerlich zu Änderungen der bisher üblichen Organisation der Kennzeichen-Beschaffung/-Herstellung
 

Das missfällt vielen Maschinen- und Anlagenbauern, da diese sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren wollen – industrielle Kennzeichen erhalten hier nur den Status eines lästigen Beiwerks.

Der Kennzeichen-Bezug erfolgt bisher meist über externe Dienstleister oder durch den internen Einsatz der Gravur. Kann der Kennzeichen-Bedarf nicht mehr nur durch den externen bzw. internen Bezug abgedeckt werden, entsteht häufig eine Mischform aus externer und interner Kennzeichen-Beschaffung/-Herstellung.

Viele Maschinenbau-Unternehmen, die als Zulieferer tätig sind, holen sich bestimmte Kennzeichnungsverfahren aufgrund von Kundenvorschriften ins Haus. Die begrenzte Funktionalität der meisten Verfahren führt dann zusätzlich dazu, dass mehrere Verfahren parallel eingesetzt werden. Dann wird das eine Kennzeichen/Format mit dem einen Verfahren hergestellt und andere Formate werden wie gehabt mit den bereits vorhandenen und eingesetzten Verfahren hergestellt.

Das haben wir schon immer so gemacht.

Wer so verfährt, übersieht, dass es zeitgemäße Verfahren gibt – die mitunter auch schon im Unternehmen vorhanden sind – mit denen alle Kennzeichnungsaufgaben auf einmal erledigt werden können.  

Bedarfsbestimmung „FEMSQ“

Benötigte Kennzeichen im Maschinen- und Anlagenbau werden zum großen Teil durch Richtlinien und Normen geregelt. Sicherheitskennzeichen, Typenschilder, Betriebsmittelkennzeichen, Kabelschilder, Hinweisschilder – die unterschiedlichen Arten von Kennzeichen werden von verschiedenen Abteilungen benötigt und angefordert. Dabei erfolgt die Kennzeichen-Beschaffung in vielen Unternehmen nicht standardisiert; Standorte agieren ohne Abstimmung und ohne verbindlichen Leitfaden.

In unserem Blog-Beitrag „5 Tipps – Der einfache Weg zum Kennzeichen“ haben wir bereits fünf Prüfkriterien vorgestellt, die die Ermittlung eines bedarfsgerechten Herstellungsverfahrens ermöglichen. In der Regel werden ein bis zwei Prüfkriterien priorisiert, was die Ermittlung des passenden Verfahrens vereinfacht:

  • Flexibilität
  • Einfachheit
  • Mobilität
  • Schnelligkeit
  • Qualität

Da Kennzeichen immer mehr strategische Funktionen wahrnehmen und zunehmende Bedeutung für die Vernetzung von Produktionsprozessen erlangen, sollte dieses Thema nicht mehr auf Bereichsebenen angesiedelt bleiben. Es zeigt sich immer deutlicher, dass dieses Thema einer Zentralisierung, Harmonisierung sowie Standardisierung bedarf. 

5 Schritte zur erfolgreichen Kennzeichnungsstrategie

Um die Thematik der „Kennzeichungsstrategie” erfolgreich in Angriff zu nehmen, sind die folgenden 5 Schritte empfehlenswert. Selbstverständlich kann es in der Praxis vorkommen, dass bestimmte Punkte so oder in ähnlicher Form bereits vorhanden sind – diese können dann in den Prozess eingegliedert oder als Ansatzpunkt gesehen werden.

  1. Arbeitskreis „Kennzeichnung“
  2. Bestimmung eines Verantwortlichen (... mit Umsetzungskompetenz)
  3. Erstellung einer Ist-/Soll-Analyse
  4. Umsetzungsplanung
  5. Unternehmens- und/oder konzernweite Implementierung durch u. a. einen Kennzeichnungsstandard

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1. Arbeitskreis „Kennzeichnung”

Vorab ist ein Arbeitskreis „Kennzeichnung” zu bilden, der alle betroffenen Abteilungen bzw. zuständige Mitarbeiter/innen involviert:

  • Warenwirtschaft / Controlling / Einkauf
  • Produktionsbereiche
  • Planungsabteilungen
  • Instandhaltung
  • Vertrieb
  • IT

Wichtig: Ergebnisse müssen verbindlich für alle Betroffenen umsetzbar sein.

2. Verantwortlicher Kennzeichnung

Um ein unkoordiniertes Nebeneinander von Kennzeichen-Planung und -Beschaffung zu verhindern, ist es sinnvoll, die Koordination und Harmonisierung einer Stelle zuzuordnen. Geeignete Stellen hierfür sind z. B.:

  • Funktionsstelle „Normung/Standardisierung” in der Management-Ebene
  • Funktionsstelle „Technische Planung / Technische Redaktion”

3. Soll-/Ist-Vergleich

 Von der festgelegten Funktionsstelle” ist eine Statusbestimmung zu folgenden Punkten zu klären: 

  • Ermittlung der aktuellen Gesamtkosten pro Jahr für Kennzeichnungsaufgaben
    • Planung
    • Herstellung
    • Beschaffung
    • Administration
    • Lager
    • Montage
  • Kostenvergleich der internen und externen Beschaffung/Herstellung
  • Prüfung von Einsparpotenzialen bei eigener Herstellung eines bestimmten Anteils der benötigten Kennzeichen
  • Prüfung geeigneter Verfahren für die eigene Herstellung (z. B. über die iWiK-App)

Neuer Call-to-Action

4. Umsetzungsplanung

Nach Feststellung und Bewertung der unter „3. Soll-/Ist-Vergleich” aufgelisteten Faktoren wird folgendes Vorgehen empfohlen:

  • Etablierung des neuen Prozessablaufs
  • Standardisierung der Kommunikationswegen zwischen „Funktionsstelle”, Konstruktion, Werkstatt und Lager
  • Festlegung der Verantwortlichkeiten hinsichtlich Planung, Durchführung und Controlling

5. Unternehmens-/konzernweite Implementierung

Implementierung in das Unternehmen bzw. in die verschiedenen Standorte:

  • Abdeckung durch eine umfassende Moderation
  • Erarbeitung eines Kennzeichnungsstandards
    • Erarbeitung einer unternehmensspezifischen Kennzeichnungsvorschrift
    • Definition der Bereiche, in denen Kennzeichen zum Einsatz kommen sollen
    • Definition der bereichsspezifischen Standard-Schildformate

Auf den Punkt gebracht

Zusammengefasst noch einmal die Gründe, wieso Sie eine einheitliche Kennzeichnungsstrategie in Betracht ziehen sollten:

  1. Zusammenfassung der unternehmensweit und konzernweit umzusetzenden Kennzeichnungsaufgaben
  2. Reduzierung der Arbeitskosten durch Auflösung von Parallelstrukturen
  3. Effizienz und Optimierung in Einkauf (z. B. Mengenrabatte) und Logistik
  4. Schaffung von Know-how durch Kompetenzbündelung
  5. Qualitätssicherung durch Einheitlichkeit
  6. Sicherung und Berücksichtigung des Corporate Designs
Themen:WirtschaftlichkeitKennzeichnungsstrategieIndustrielles Kennzeichnen