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Industrielle Kennzeichnungsverfahren: 7 wissenswerte Fakten

von Lucia Oberhollenzer, am 29.07.20 08:30

Industrielle Kennzeichnungsverfahren kommen überall dort zum Einsatz, wo Maschinen und Anlagen gekennzeichnet werden. 

Dabei wird zwischen der Direkt- und Mediumskennzeichnung unterschieden

  • Direktkennzeichnung/-beschriftung: die Beschriftung/Markierung erfolgt direkt auf die Maschinenteile, Produkte oder andere zu kennzeichnende Gegenstände.
  • Mediumskennzeichnung: ein Zwischenmedium, das sogenannte Trägermedium (Metalle, Kunststoffe, Folien) kommt zum Einsatz. Dieses wird erst nach der Beschriftung/Markierung in einem zweiten Schritt auf dem zu kennzeichnenden Gegenstand auf-/angebracht.

Im folgenden Blog-Beitrag haben wir für Sie „7 wissenswerte Fakten zu industriellen Kennzeichnungsverfahren” zusammengestellt. Das kostenlose Factsheet können Sie hier herunterladen.

1. Oberflächenbearbeitung vs. Oberflächenergänzung

Bei den Kennzeichnungsverfahren wird prinzipiell unterschieden zwischen der Oberflächenbearbeitung und der Oberflächenergänzung.

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Quelle: Hermann Oberhollenzer (Hrsg.), „Herstellungsverfahren für die industrielle Kennzeichnung – Eine aktuelle Übersicht und Entscheidungshilfe für den Anlagen- und Maschinenbau“, 2018, Springer-Vieweg-Verlag

2. Relevante Verfahren

2.1. Für die Direktkennzeichnung

  • Mechanische Gravur
  • Laserbeschriftung
  • Nadelmarkieren, Ritzmarkieren
  • Schlagstempel

2.2. Für die Mediumskennzeichnung

  • Gravur
    • Mechanische Gravur
    • Lasergravur
  •  Digitaldruck
    • UV-Direktdruck
    • Solvent-Druck
    • Eloxal-Unterdruck-Verfahren
    • PrintoLUX®-Verfahren
  • Siebdruck
  • Thermotransferdruck
  • Plotter
  • Nadelmarkieren, Ritzmarkieren

Eine Beschreibung der einzelnen Kennzeichnungsverfahren ist im Whitepaper „Industrielles Kennzeichnen – Relevante Verfahren im Überblick” nachzulesen.

3. Bewertung der Kennzeichnungsverfahren nach dem FEMSQ-Modell

Es gibt fünf Kriterien, die bei der Herstellung von Kennzeichen wichtig sind und die es ermöglichen, die einzelnen Verfahren zu  bewerten.

  • Flexibilität
  • Einfachheit
  • Mobilität
  • Schnelligkeit
  • Qualität
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Quelle: Hermann Oberhollenzer (Hrsg.), „Herstellungsverfahren für die industrielle Kennzeichnung – Eine aktuelle Übersicht und Entscheidungshilfe für den Anlagen- und Maschinenbau“, 2018, Springer-Vieweg-Verlag

4. Prüfkriterien für die Kennzeichnungsverfahren

4.1. Wirtschaftlichkeit des Verfahrens

  • Investitionskosten (Erst-)
  • Arbeitsaufwand für Kennzeichenherstellung (Standardproduktion)
  • Logistik (Lager, Wartungsarbeiten, Haltbarkeit bestimmter Produkte, Bestellprozesse)
  • Aufwand für Einweisung/Schulung (Erst-)

4.2. Leistungskapazität der Verfahren

  • Beständigkeit
  • Mobilitätsfähigkeit der Systeme
  • Flexibilität hinsichtlich bearbeitbarer Materialien
  • Flexibilität hinsichtlich herstellbarer Formate
  • Darstellungsqualtität
  • Herstellbarkeit und Lesefähigkeit von 2D-Codes
  • Einsatzmöglichkeit von Farben

4.3. Handhabung der Verfahren

  • Einfachheit des kompletten Verfahrensablaufs
  • Software
  • Rüstzeiten (im Vorfeld der eigentlichen Kennzeichenherstellung)
  • Nachlaufzeiten (im Anschluss an die eigentliche Kennzeichenherstellung)
  • Nötiges Fachwissen (beim täglichen Arbeiten mit dem Verfahren)
  • Fachpersonal erforderlich/empfehlenswert

4.4. Gesundheit und Umwelt

  • Allgemeine Risikobewertung hinsichtlich Gesundheit und Umwelt
  • Einrichtung und Beachtung von Schutz-/Sicherheitsmaßnahmen
  • Besonderes Arbeitsumfeld erforderlich

Eine ausführliche Bewertung der relevanten Kennzeichnungsverfahren der Produktkennzeichnung ist im Fachbuch „Herstellungsverfahren für die industrielle Kennzeichnung – Eine aktuelle Übersicht und Entscheidungshilfe für den Anlagen- und Maschinenbau“ (Hermann Oberhollenzer (Hrsg.), 2018, Springer-Vieweg-Verlag) zu finden.

Individueller Weg zum industriellen Kennzeichnen

Die iWiK-App gibt Anwendern eine erste Hilfestellung anhand einer 10-Fragen-Liste zu ermitteln, welche/s Herstellungsverfahren ihrem individuellen Bedarf entsprechen/entspricht.

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5. Interner Einsatz vs. externer Einsatz eines Verfahrens

Wie im Blog-Beitrag „Kennzeichenherstellung: intern vs. extern” beschrieben, spielen bei der Entscheidung zwischen internem und externen Einsatz eines Kennzeichnungsverfahrens eine Reihe von Faktoren eine Rolle, die vorab bewertet werden sollten:

  • Auswahl Kennzeichnungsverfahren
    Beim Einsatz zeitgemäßer Verfahren können die Vorteile externer Herstellung an Gewicht verlieren, da interne Kosten für Personal und Gerät deutlich abnehmen.
  • Auswahl Dienstleister
    Wenn der ausgewählte Dienstleistungsanbieter durch Qualität, kurze Lieferzeiten und gute Preise überzeugt, kann dies vorteilhaft gegenüber der internen Herstellung sein. 
  • Volumen Kennzeichenaufkommens
    Bei einem geringen Bedarf an Kennzeichen überwiegen die Vorteile einer externen Herstellung. Eine interne Herstellung ist unterhalb einer bestimmten Bedarfsmenge unwirtschaftlich.
    Anders verhält es sich, wenn der Bedarf kurzfristig benötigt wird und es aufgrund von kurzfristigen Änderungen – bspw. durch Anpassungen in der Konstruktion – nicht möglich ist, Bestellungen unter Beachtung der Lieferzeit termingerecht auszulösen.
  • Großen Stückzahlen
    Werden große Stückzahlen benötigt, kann es interessant sein, die Kennzeichen montagefertig zu erhalten. Im Kostenvergleich zwischen dem unbedruckten Schild und dem fertig bedruckten Kennzeichen ist die Differenz bisweilen sehr gering. Der Aufpreis für das Bedrucken ist mitunter geringer, als die Kosten für das interne Bedrucken des Schildmaterials. In dieser Bedarfssituation ist allerdings auch zu prüfen, ob der Mengenbedarf eine eigene Herstellung wirtschaftlicher macht; vor allem dann, wenn die Bedarfsmengen aus inhaltlich stark differierenden Teilmengen bestehen. 
  • Kostengruppen
    Bei der Entscheidung, ob benötigte Kennzeichen extern oder intern hergestellt werden sollen, sind auch unterschiedliche Kostengruppen (Einmalkosten, Fixkosten, Variable Kosten) zu beachten.

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6. In welchen Branchen finden industrielle Kennzeichnungsverfahren ihren Einsatz?

In allen Produktionsbetrieben kommen industrielle Kennzeichnungsverfahren zum Einsatz. Einen besonders hohen Kennzeichnungsbedarf weisen folgende Branchen auf:

  • Automotive
  • Chemie und Pharmazie (Anlagenbau)
  • Energie (Anlagenbau)
  • Lebensmittel
  • Maschinenbau (auch Schaltschrankbau)

7. Umsetzung durch Kennzeichnungssysteme

Kennzeichnungssysteme sind Geräte, Maschinen und Werkzeuge, die für eine eindeutige Kennzeichnung von Objekten und Produkten sorgen.

Dabei helfen sie Unternehmen im industriellen Bereich, ihre Produkte bzw. ihre Maschinen und Anlagen mit einer dauerhaften „Kennzeichnung“ auszustatten. Der Vorteil liegt auf der Hand: Eine eindeutige und unverwechselbare Kennzeichnung, wenn diese fester Bestandteil des Produkts bzw. der Anlage ist.


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Themen:Kennzeichnungsverfahren