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Industrielles Kennzeichnen: 12 ultimative Dinge – Wissen kompakt!

von Lucia Oberhollenzer, am 02.10.19 15:24

Immer mehr Kennzeichen auf unterschiedlichen Materialien, mit immer mehr Inhalten in immer mehr Sprachen und Farben kommen zum Einsatz. Ob im Anlagen-, Werks- und Maschinenbau, in der Elektroindustrie oder in der Heizungs- und Klimatechnik: Das umfassende Kennzeichnen ist eine Pflicht, ohne die man nicht mehr auskommt und die mehr Zeit und Geld kostet, als man es wahrhaben will.

Wir haben für Sie in diesem Blog "12 Dinge, die Sie über das industrielle Kennzeichnen wissen sollten" zusammengestellt. Hier können Sie sich das kostenlose Factsheet runterladen.

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1. Was versteht man unter industrieller Kennzeichnung?

Unter industrieller Kennzeichnung versteht man das Beschriften von Produkten, Maschinen und Anlagen in der Industrie. Unterschieden wird dabei zwischen der Direkt- und Mediumskennzeichnung. 

2. Warum kommen in der Industrie immer mehr Kennzeichen zum Einsatz? Und warum entscheiden sich viele Unternehmen dazu, die benötigten Kennzeichen bei Zulieferern zu bestellen?

  • Der Fokus liegt auf einer stärkeren Differenzierung von Geräten und Funktionen.
  • Es gibt höhere Anforderungen an die Logistik und die Betriebssicherheit.
  • Die Internationalisierung von Wirtschaft und Industrie ist heute weitreichend.
Ob mechanische Gravur oder Lasergravur, Siebdruck oder andere, schon länger angebotene Kennzeichnungsverfahren: Die Anschaffung der entsprechenden Geräte ist teuer, die Handhabung zumeist nicht einfach. Nicht selten führt die eng begrenzte Funktionalität der einzelnen Verfahren dazu, dass mehrere Verfahren parallel eingesetzt werden müssen und der Aufwand entsprechend steigt.

Dass sich viele Unternehmen dazu entscheiden, die benötigten Kennzeichen bei Zulieferern zu bestellen, erklärt sich nicht zuletzt durch die hohen Gerätekosten und den hohen Arbeitsaufwand, der nötig wird, wenn man sich der konventionellen Kennzeichen-Herstellung bedient.

3. Welche Kennzeichnungsverfahren gibt es?

Zu den gängigen Verfahren in der Kennzeichnungsherstellung gehören folgende:

  • Gravur
    • Mechanische Gravur
    • Lasergravur
  •  Digitaldruck
    • UV-Direktdruck
    • Solvent-Druck
    • Eloxal-Unterdruck-Verfahren
    • PrintoLUX®-Verfahren
  • Siebdruck
  • Thermotransferdruck
  • Plotter
  • Nadelmarkieren, Ritzmarkieren

Die einzelnen Herstellungsverfahren werden in einem der nächsten Blog-Beiträge thematisiert.

4. Welche Materialien eignen sich für die industrielle Kennzeichnung?

  • Feste Kunststoffe
    • Polyamid
    • Polycarbonat
    • Polyethylenterephthalat (PET-A/PET-C)
  • Kunststoffverbundmaterialien
    • HPL-Material (High Pressure Laminate)
    • Thermotransferetiketten und Harz
    • Mehrschichtiger Kunststoff als Gravurmaterial
  • Flexible Kunststoffe 
    • Polyesterklebefolie, PK
    • Dokumentenklebefolie, DK (Sicherheitsetikett)
  • Metalle
    • Aluminium
    • Edelstahl
    • Messing
  • Verbundmaterial
    • Aluminiumverbundplatten
    • Gravurmaterial, Metall (Aluminiumeloxal, schwarz)

Quelle: Hermann Oberhollenzer (Hrsg.), „Herstellungsverfahren für die industrielle Kennzeichnung – Eine aktuelle Übersicht und Entscheidungshilfe für den Anlagen- und Maschinenbau“, 2018, Springer-Vieweg-Verlag

5. Was kann beschriftet werden?

  • Betriebsmittelschilder
  • Bezeichnungsschilder
  • Gefahrstoffkennzeichen
  • Kabelschilder
  • Rohrleitungskennzeichen
  • Ronden
  • Sicherheitskennzeichen
  • Taster- und Einlegeschilder
  • Typenschilder
  • Firmenschilder
  • Platinen
  • Frontblenden
  • Skalen
  • u.v.m.

6. Welche Veränderungen bei der Kennzeichen-Nutzung und bei den Kennzeichen-Inhalten sind heute wesentlich?

Die Digitalisierung industrieller Prozesse erfordert eine intelligente Kennzeichnung von Maschinen und Komponenten. Kennzeichen wirken dabei als Informationsträger und Scharniere von automatisierter Interaktion. Dies in Ergänzung zu den bisherigen Funktionen für Instandhalter, Anwender, Betreiber und Bediener.

Während Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichen sowie Zertifizierungen (CE-Kennzeichnung) relativ konstanten Vorgaben folgen, kommt den Kennzeichen im Dienst einer vernetzten Produktion eine immer höhere Bedeutung zu.

Mit dem Bedeutungszuwachs der industriellen Kennzeichnung haben sich auch die Inhalte und Anforderungen an die Darstellungsqualitäten von Kennzeichen verändert. Es geht dabei einerseits um die Darstellung von Symbolen, Zahlen und Buchstaben; mit deutlicher Zunahme aber auch um die Darstellung von Codes (aktuell 2D-Codes), die eine Fülle an Einzelinformationen enthalten. Dieser Mehrwert an Information greift in aller Regel tief in die Unternehmensstruktur und bezieht als Adressaten die Warenwirtschaft, Produktionsbereiche, Controlling, Planungsabteilungen, Instandhaltung etc. ein.

Blog-Vernetzte Produktion-Industrielles Kennzeichnen

7. Wie funktioniert die Kennzeichenbeschaffung?

Neue Funktionen und Aufgaben von Kennzeichen erfordern eine veränderte Organisation. Die anspruchsvoll gewordenen Aufgaben der industriellen Kennzeichen führen unweigerlich zu Änderungen der bisher üblichen Organisation der Kennzeichenbeschaffung. Da Kennzeichen immer mehr strategische Funktionen wahrnehmen und zunehmende Bedeutung für die Vernetzung von Produktionsprozessen erlangen, zeigt sich immer deutlicher, dass dieses Thema einer Zentralisierung und Harmonisierung bedarf.

Unternehmensweit und konzernweit umzusetzende Kennzeichnungsaufgaben, Effizienz in Einkauf und Logistik, Qualitätssicherung und Corporate Design – all dies erfordert zentral formulierte Definitionen und entsprechende Umsetzungsbestimmungen.

Wie diese aussehen können – damit beschäftigen wir uns in einem der nächsten Blog-Beiträge.

8. Was ist ein Negativdruck?

Wenn bei der Herstellung von Kennzeichen das Schriftbild in heller Farbe auf einem dunklen Umfeld erscheint (z. B. Weiß auf Schwarz statt Schwarz auf Weiß), wird diese Umkehrung als „Negativdruck“ bezeichnet. Zumeist gibt das Corporate Design eines Unternehmens solche Gestaltungen vor.

Lange war der Negativdruck eine Domäne des Siebdrucks. Wobei die Herstellung von Drucksieben aufwändig und teuer ist und nur bei höheren Stückzahlen gleichen Inhalts lohnen. Individualisierte Kennzeichnungsschilder in Klein- und Kleinstauflagen im Negativdruck herzustellen, bedeutet einen sehr hohen Aufwand an Zeit und Kosten. Für diese Aufgaben bieten sich inzwischen zwei Kennzeichnungsverfahren an, die sich wirtschaftlich als deutlich überlegen erweisen: die Lasergravur und das PrintoLUX®-Verfahren. Beide Verfahren arbeiten bei der Herstellung von Kennzeichen im Negativdruck wirtschaftlich und produzieren Kennzeichen von hoher Beständigkeit.

9. Kennzeichen und Sicherheit: Haben Sie Ihren Sicherheits-Check-up schon gemacht?

Sicherheit geht vor! Vor allem in explosionsgefährdeten Bereichen!

Sind wir ehrlich. Wer will sich schon aus dem Fenster lehnen und bei dem Thema Sicherheit eine falsche Entscheidung treffen. Hier gibt es keinen Diskussionsraum. Sicherheit geht vor – auch beim Kennzeichnen – vor allem in explosionsgefährdeten Bereichen!

Der Ausschuss für Gefahrstoffe ist die maßgebliche Institution für die Realisierung der Betriebssicherheit und die Vermeidung gesundheitlicher Risiken bei Umgang mit Gefahrstoffen in Unternehmen. Dafür erlässt er „Technische Regeln für Gefahrstoffe TRGS 727“. Ein wichtiger Teilbereich des Regelwerks ist der Explosionsschutz.

Für den Anlagenbau gilt grundsätzlich und präventiv, das Entstehen explosionsgefährdeter Bereiche zu vermeiden. Ist dies projektspezifisch nicht möglich, werden explosionsgefährdete Anlagenbereiche in Explosionsgruppen und Zonen eingeteilt. Abhängig von dieser Eingruppierung wachsen die Anforderungen an die Anlagenkomponenten.

Die am 26. Juli 2016 veröffentlichten TRGS 727 Regeln für Betriebssicherheit dienen der Vermeidung von Zündgefahren beispielhaft infolge elektrostatischer Aufladungen von Gegenständen und Einrichtungen in explosionsgefährdeten Bereichen. In umfangreicher Detaillierung minimiert dieses Regelwerk das Gefahrenpotenzial durch mögliche Zündquellen. Dies geschieht u. a. durch eine Auswahl an zusätzlichen Schutzmaßnahmen oder Durchführungsbestimmungen.

Dabei werden u. a. auf explosionsgefährdende Bereiche bezogene Sicherheitsregeln für einsetzbare Materialien genannt. Die TRGS 727 unterscheidet hinsichtlich der Beschaffenheit von Gegenständen in:

  •  elektrisch leitfähige und ableitfähige Materialien
  •  isolierende Materialien

Gerade hinsichtlich explosionsgefährdeter Bereiche ist die Anlagenabnahme ein sehr sensibler und kritischer Vorgang. Dabei müssen Kennzeichen oft ausgetauscht oder ergänzt werden. Achten Sie in explosionsgefährdeten Bereichen auf Kennzeichnungsschilder, die einsetzbar sind und die sich eignen. Lassen Sie sich dies von entsprechenden Prüfstellen bestätigen.

Internationale Standards für die Sicherheitskennzeichnung an Arbeitsstätten sind verbindlich vorgeschrieben.

Die Globalisierung wirtschaftlicher Aktivitäten wird auch an den Sicherheitsbestimmungen für Arbeitsstätten sichtbar. Entsprechende Maßgaben haben zunehmend internationale Gültigkeit. Und was für die Sicherheitsbestimmungen zutrifft, gilt in gleichem Maß auch für Sicherheitskennzeichen. Wo es am Arbeitsplatz um Unfallverhütung, Gesundheitsschutz und Sicherheit geht, bedarf es einheitlicher Warn- und Verbotshinweise.

Deshalb sind die neuen Symbole und Kennzeichen nach der Norm DIN EN ISO 7010 europaweit abgestimmt. Sie wurden 2013 in der Technischen Regel für Arbeitsstätten (ASR A1.3) übernommen. Bei Warnschildern und Sicherheitskennzeichen ist der Harmonisierungsprozess zwischen DIN, ISO und ANSI (American National Standards Institute) ebenfalls weit fortgeschritten.

Hier erhalten Sie einen Überblick über die Sicherheitskennzeichen nach DIN EN ISO 7010:

Sicherheitskennzeichen für Maschinen und Anlagen nach DINISO 7010

10. UV-Beständigkeit vs. Bewitterung – Gibt es Unterschiede?

Wussten Sie, dass es bei der Beständigkeit von Kennzeichen hinsichtlich der Anforderungen „Witterungsbeständigkeit“ und „UV-Beständigkeit“ Unterschiede gibt?

  • UV-Beständigkeitsprüfungen werden im trockenen Zustand des zu prüfenden Materials vollzogen.
  • Bewitterungsprüfungen hingegen erfolgen im Zusammenspiel von UV-Strahlung und Feuchtigkeit.

Eine hohe UV-Beständigkeit eines Kennzeichens ist kein Garant für eine ebenso hohe Witterungsbeständigkeit. UV-Beständigkeitsprüfungen beziehen sich ausschließlich auf das Thema "UV-Strahlung" und lassen andere Witterungsaspekte , wie zum Beispiel Feuchtigkeit, außer Acht.

Ziel von Bewitterungsprüfungen ist es, ein aussagekräftiges Laborergebnis zu erhalten, das Rückschlüsse auf tatsächliche Alterungsbedingungen von Kennzeichen im Außenbereich zulässt.

Generell lässt sich aber sagen, dass ein Kennzeichen mit hoher Witterungsbeständigkeit auch UV-beständig ist.

11. Kennzeichen-Montage: Nieten, Schrauben, Kleben. Gibt es Einsparungspotenzial?

Da sagen wir ganz klar: Ja, auf jeden Fall!

Können Sie sich vorstellen, dass es sich lohnt, bei diesen Kleinbeträgen doppelt hinzuschauen? Warum? Weil die Montage fertiggestellter Kennzeichen einen großen Arbeitsaufwand erfordert.

Dabei unterscheiden sich die drei hauptsächlich angewandten Montage-Arten – Nieten, Schrauben, Kleben – weniger in der Qualität der erforderlichen Haftfestigkeit als vielmehr im Aufwand und den Montage-Kosten. 

Einsparpotenziale an Arbeitszeit, die sich bei der Montage von Kennzeichen durch das "Kleben" realisieren lassen, liegen oft bei über 40 Prozent.

Profitieren Sie davon, dass Sie einen Blick auf den Arbeits- und Kostenaufwand für die Montage von Kennzeichen werfen. An dieser Stelle können Sie schnell mehr Geld ausgeben, als Sie eigentlich wollen. Bewusstes Entscheiden heißt hier ebenfalls „Einsparpotenziale realisieren!“  

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12. Welches ist das passende Kennzeichnungsverfahren?

Achten Sie, wo immer es um industrielles Kennzeichnen geht, auf die Erfüllung der Checklisten-Punkte. Je mehr Sie davon abdecken können, desto besser!

Auf was Sie achten können: 

  • Welches Kennzeichnungsverfahren deckt Ihren Bedarf? Ist eine bedarfsgerechte Eigenproduktion möglich? „Just in time“ spart Lieferzeiten und reduziert Kosten. 
  • Können sowohl Einzelstücke als auch hohe Auflagen im Seriendruck wirtschaftlich hergestellt werden?
  • Können bisher genutzte Verfahren (zeitaufwändig und nebeneinander genutzt) durch eine All-in-One-Lösung ersetzt werden?
  • Ist eine einfache Anwendung des Verfahrens möglich?
  • Ist ein „Aufbringen aller Inhalte“ (Texte, Grafiken, Variablen) in nur einem Arbeitsgang möglich? 
  • Wird eine möglichst hohe Auflösung gewährleistet (bis zu 5.760 x 1.440 dpi)? Dies sichert eine präzise Darstellung auch bei anspruchsvollen Motiven, wie zum Beispiel Skalen und 2D-Codes.
  • Ist das Kennzeichnungsverfahren mobil einsetzbar, zum Beispiel auf der Baustelle? Dadurch wird die Prozessvereinfachung nochmals deutlicher.
  • Entsprechen die zum Einsatz geplanten Schildmaterialien den geforderten Beständigkeiten (zum Beispiel Bewitterungsbeständigkeit, UV-Beständigkeit)? Ist eine industrietauglich hohe Beständigkeit gegeben?
  • Ist das Kennzeichnungsverfahren bzw. die Verfahrenskomponenten umweltfreundlich und/oder nachhaltig?

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