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Kennzeichenherstellung: intern vs. extern

von Lucia Oberhollenzer, am 16.07.20 08:30

Industriellen Kennzeichen wird selten Beachtung geschenkt. Dabei gehören Kabel- und Typenschilder, Gefahrenschilder und weitere Kennzeichen als Kommunikationsmittel zur Industrieproduktion unverzichtbar dazu. Sie dienen als Informationsbrücken zwischen Maschine und Mensch, unter den Vorzeichen von Industrie 4.0 in hohem Maße auch zwischen Maschine und Maschine. Ohne Kennzeichen wäre jede Produktion chaotisch.

Welcher Arbeits- und Kostenaufwand sich für Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau mit dem Organisieren, Herstellen und der Montage von Kennzeichen im Detail verbindet, wird nur in den wenigsten Fällen erfasst. Deshalb haben Mitarbeiter/innen, die sich mit der Organisation und Beschaffung von Kennzeichen befassen, nur in Ausnahmefällen einen Überblick und eine ganzheitliche Handlungsstrategie.

Häufig schwer zu beantwortende Fragen sind:

  • „Sollen wir die bisherige Handhabung dieses Themas beibehalten?“
  • „Sollen wir neue Beschaffungswege ins Auge fassen? Was muss dabei beachtet werden?“
  • „Welche Kosten kommen dann auf das Unternehmen zu?“
  • „Welcher Weg der Kennzeichenbeschaffung passt zu den individuellen Bedarfssituationen und Anforderungen?“

Im folgenden Blog stellen wir Ihnen die wichtigsten Facts zu den verschiedenen Wegen der Kennzeichenbeschaffung vor und zeigen Ihnen, welche Faktoren es dabei zu beachten gilt, um den für Sie passenden Weg der Kennzeichenbeschaffung zu finden.

Facts über die externe Kennzeichenherstellung

Die Kennzeichen, die von dem Unternehmen benötigt werden, werden bei der externen Herstellung der Kennzeichen durch einen Dienstleister des Unternehmens hergestellt. Das ist ein sehr oft gewählter Beschaffungsprozess.

Vorteile der externen Kennzeichenherstellung

  • Keine Investitionskosten für Herstellungssysteme und Maschinen
  • Keine Investitionen in Infrastruktur und Arbeitsschutzvorrichtungen, die sich beim Einsatz diverser Herstellungsverfahren ergeben
  • Kein Personalbedarf für die Kennzeichenherstellung
  • Kein Platzbedarf für Maschinen zur Kennzeichenherstellung

Nachteile der externen Kennzeichenherstellung

  • Just-in-time-Verfügbarkeit von Kennzeichen ist nicht gewährleistet, was vor allem bei Projektübergaben und bei der Ersatzbeschilderung auf Baustellen des Anlagenbaus zu Verzugskosten führt.
  • Die intransparente Situation am Markt der Kennzeichenherstellung kann oft zu überhöhten Bezugskosten führen.
  • Auch bei Auslagerung der Kennzeichenherstellung bzw. bei Bezug über externe Dienstleister fallen oft interne Kosten an, die gerne übersehen werden. Hier einige Beispiele:
    • Planung und Erstellung von Schildvorlagen;
    • Angebotseinholung und -prüfung, Auftragserteilung, Eingangskontrolle, Reklamationen und Nachbestellung sowie Rechnungsabwicklung als Administrationsaufwand;
    • Raum- und Arbeitskosten für Lagerhaltung und Bestandskontrolle der Kennzeichen;
    • Personal- und Sachkosten für die Montage der Kennzeichen.

Facts über die interne Kennzeichenherstellung

Bei der internen Herstellung von Kennzeichen verfügt das Unternehmen über entsprechende Produktionsmittel (Produktionssysteme) und kauft lediglich Verbrauchsmaterialien (z. B. Schildmaterial) hinzu.

Vorteile der internen Kennzeichenherstellung

  • Flexibilität: Kennzeichen können just in time produziert werden. Auch bei unerwarteten Bedarfssituationen können Kennzeichen ohne jeden Verzug hergestellt werden.
  • Schnelligkeit: Zeitlich und örtlich uneingeschränkte Verfügbarkeit, auch auf Baustellen/Montagen
  • Prozessvereinfachung: Auf interne Bestell-, Prüf- und Abrechnungsprozesse kann verzichtet werden.

Nachteile der internen Kennzeichenherstellung

  • Investitionskosten für Gerät, Raum, Infrastruktur und Arbeitssicherheit
  • Zusätzlicher Personalaufwand
  • Keine Tätigkeit des Kerngeschäfts

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Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile

Um die Vor- und Nachteile bei externer und interner Kennzeichenherstellung angemessen bewerten  zu können, müssen folgende Faktoren berücksichtigt und bewertet werden:

  • Volumen des Kennzeichenaufkommens 
    Bei einem geringen Bedarf an Kennzeichen überwiegen in den meisten Fällen die Vorteile einer externen Herstellung. Eine interne Herstellung ist unterhalb einer bestimmten Bedarfsmenge schlicht unwirtschaftlich.
    Anders verhält es sich, wenn der Bedarf kurzfristig benötigt wird und es aufgrund von kurzfristigen Änderungen – bspw. durch Anpassungen in der Konstruktion – nicht möglich ist, Bestellungen unter Beachtung der Lieferzeit termingerecht auszulösen.
  • Große Stückzahlen
    Werden große Stückzahlen benötigt, kann es interessant sein, die Kennzeichen montagefertig zu erhalten. Im Kostenvergleich zwischen dem unbedruckten Schild und dem fertig bedruckten Kennzeichen ist die Differenz bisweilen sehr gering. Der Aufpreis für das Bedrucken ist mitunter geringer, als die Kosten für das interne Bedrucken des Schildmaterials. In dieser Bedarfssituation ist allerdings auch zu prüfen, ob der Mengenbedarf eine eigene Herstellung wirtschaftlich macht; vor allem dann, wenn die Bedarfsmengen aus inhaltlich stark differierenden Teilmengen bestehen.
  • Auswahl Dienstleister
    Wenn der ausgewählte Dienstleistungsanbieter durch Qualität, kurze Lieferzeiten und gute Preise überzeugt, kann dies vorteilhaft gegenüber der internen Herstellung sein. 
  • Auswahl Kennzeichnungsverfahren
    Beim Einsatz zeitgemäßer Verfahren können die Vorteile externer Herstellung an Gewicht verlieren, da interne Kosten für Personal und Gerät deutlich abnehmen.
    Außerdem können dann folgende Vorteile zu Buche schlagen: 
    • Einfaches Implementieren in Produktionsabläufe
    • Zeitgewinn beim Herstellen der Kennzeichen durch schnellere Kennzeichnungsverfahren
    • Steigerung der Darstellungsqualität (wichtig beim Druck von 2D-Codes)
    • Vielfalt beim einzusetzenden Schildmaterial
  • Kostengruppen
    Bei der Entscheidung, ob benötigte Kennzeichen extern oder intern hergestellt werden sollen, sind auch unterschiedliche Kostengruppen zu beachten:
    • Einmalkosten: Investition für Systeme und Software zur Kennzeichenherstellung, Schulung und Einweisung des Bedienungs- und Wartungspersonals, mögliche Einrichtungen hinsichtlich Gesundheitsschutz und Umwelt
    • Fixkosten: Platz-/Raumbedarf, Kauf/Miete der Verfahrenskomponenten, Wartungen und Ergänzungen der Geräte inkl. der Einrichtungen für Arbeits- und Umweltschutz sowie Servicekosten
    • Variable Kosten: Schildmaterialien, Tinten, Verschleißteile und Arbeitszeit für die Kennzeichenherstellung, Einkauf und Logistik

Facts über Mischformen externer und  interner Kennzeichenherstellung

In der Praxis des Maschinen- und Anlagenbaus kennt man 100-%-Regelungen eigentlich nur bei der externen Kennzeichnungsherstellung. Viele Unternehmen beziehen vom Folienetikett auf der Rolle bis zu den Maschinenschildern alle Kennzeichen über Dienstleister. Bei der internen Kennzeichenherstellung finden sich 100-%-Regelungen so gut wie nie.

  • Zukauf von Massenware
    Hauptgrund für einen Zukauf bei interner Kennzeichenherstellung ist das Angebot preisgünstiger Massenware. Alle Kennzeichen, die „von der Rolle“ zu kaufen sind oder „Vorsicht Rutschgefahr“ heißen, werden als Massenware so günstig angeboten, dass jede Eigenproduktion unsinnig wäre. Bei interner Kennzeichenherstellung gehört also immer ein Anteil an Zukauf dazu. Wie hoch dieser Anteil ist, bestimmt sich über das Aufkommen „individualisierter und unternehmensbezogener Kennzeichen“ im Vergleich zum Aufkommen an Massenware.
  • Zukauf bei eingeschränkten Herstellungsmöglichkeiten
    Wenn Unternehmen ihren Kennzeichnungsbedarf durch interne Produktion regeln, dabei aber eingeschränkt leistungsfähige Verfahren nutzen, ist ebenfalls ein gewisser Anteil an Kennzeichen über Dienstleister zu beziehen. In solchen Situationen sollte geprüft werden, ob die gegebene Mischform von interner und externer Produktion und die damit verbundenen Gesamtkosten durch einen Wechsel des intern eingesetzten Verfahrens optimiert werden kann.
  • Temporärer Zukauf
    Es gibt auch Gründe, sich in bestimmten Situationen hinsichtlich interner und externer Kennzeichenherstellung für ein temporäres Sowohl-als-Auch zu entscheiden. Dazu zählen kurzzeitige Bedarfsspitzen ebenso wie andere unübliche Belastungssituationen, z. B. Urlaub und Krankheit von Mitarbeitern. Durch temporäre Zukäufe von Kennzeichen können solche Situationen überbrückt werden.
Kennzeichen selbst fertigen oder herstellen lassen?

Einfache Standards „von der Stange” zukaufen Typenschilder, Kleinserien in mehreren Sprachen oder Einzelschilder selbst herstellen.

Gut zu wissen

Wie in dem Blog-Beitrag „5 Tipps – Der einfache Weg zum Kennzeichen“ bereits beschrieben, erlebt die Kennzeichenbeschaffung im Maschinen- und Anlagenbau derzeit einen erheblichen Wandel: Immer mehr Maschinen- und Anlagenbauer gehen dazu über, ihre Wege der Kennzeichenbeschaffung und -herstellung auf den Prüfstand zu stellen, da immer mehr Kennzeichen zum Einsatz kommen:

  • Ständige Ausweitung der Kennzeichenfunktionen (Sicherheit, Logistik, Information ...)
  • Zunehmende Kennzeicheninhalte (Sprachenvielfalt, Farben, 2D-Codes ...)
  • Immer mehr Kennzeichenarten (Typenschilder, Kabelschilder, Sicherheitskennzeichen ...)

Konventionelle Herstellungsverfahren (z. B. Gravur, Siebdruck) können gestiegene Anforderungen an Kennzeichen nur noch eingeschränkt erfüllen.
In der Praxis der unternehmensinternen Kennzeichenherstellung kommen hingegen nach wie vor oft herkömmliche Kennzeichnungsverfahren zum Einsatz; oft auch mehrere Verfahren parallel, um geforderte Funktionen möglichst umfänglich erfüllen zu können. Das bedeutet einen erheblichen Mehraufwand bei der Planung, beim Kauf und Zukauf von Gerät und Material sowie bei der Bedienung und Wartung.

Zeitgemäße Herstellungsverfahren (z. B. Lasergravur, PrintoLUX®) erfüllen die gestiegenen Anforderungen an industrielle Kennzeichen deutlich umfänglicher, als vorangegangene Verfahrensgenerationen. Sie können auch mit geringem Aufwand in Produktionsprozesse einbezogen werden. Mit ihrem Einsatz lassen sich die Vorteile einer internen Kennzeichenherstellung deutlich einfacher realisieren.

Denken Sie aktuell über eine Optimierung Ihrer Kennzeichenbeschaffung nach? 
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